Die 1-%-Risikoregel bedeutet, dass du nie mehr als ein Prozent deines Kontos auf einen einzelnen Trade riskierst. Bei einem Konto von 10.000 $ sind das höchstens 100 $ Verlust pro Trade - ganz gleich, wie gut sich das Setup anfühlt. Es ist eine Obergrenze für den Schaden, keine Vorhersage über den Trade.
Warum ein Prozent Serien übersteht
Auch jede profitable Strategie verliert manchmal mehrere Trades hintereinander. Die Frage ist nicht, ob Serien vorkommen, sondern ob dein Konto sie übersteht. Bei einem Prozent Risiko hinterlässt selbst ein brutaler Lauf kaum eine Delle im Kontostand:
- 5 Verluste in Folge -> rund 5 % Drawdown.
- 10 Verluste in Folge -> rund 10 % Drawdown.
- 20 Verluste in Folge -> rund 18 % Drawdown.
Vergleiche das mit 10 % Risiko pro Trade, wo fünf Verluste in Folge das Konto ungefähr halbieren. Wie wahrscheinlich solche Serien sind, ist unter Wahrscheinlichkeit von Verlustserien nachzulesen.
Die Mathematik der Erholung
Kleine Drawdowns holt man leicht auf, tiefe sind gnadenlos. Ein Verlust von 10 % braucht 11 % Gewinn zur Rückkehr, ein Verlust von 50 % dagegen 100 %. Jeden Trade auf ein Prozent zu begrenzen hält deine Drawdowns flach, sodass die Erholung immer in Reichweite bleibt. Es ist dieselbe Asymmetrie, die unter maximaler Drawdown erklärt wird.
Wie du tatsächlich mit einem Prozent handelst
Die Regel funktioniert nur, wenn sich deine Positionsgröße dem Stop anpasst. Nimm ein Prozent des Kontostands in Dollar und lass die Positionsgrößenberechnung daraus ein Lot machen:
Lotgröße = (1 % des Kontostands) / (Stop-Abstand in Pips x Pip-Wert pro Lot)
Ein enger Stop erlaubt ein größeres Lot, ein weiter Stop erzwingt ein kleineres. So oder so beträgt der Verlust in Dollar dasselbe eine Prozent, und genau darum geht es.
Wichtig: Ein Prozent ist die Obergrenze, kein Ziel, dem man hinterherjagt. Die Regel schützt dich vor deinem eigenen schlimmsten Trade. Sie nützt dir nichts, wenn du sie „nur dieses eine Mal“ bei einem Setup brichst, bei dem du dir sicher bist - genau diese eine Ausnahme ist der Weg, auf dem die meisten regeltreuen Trader am Ende doch ihr Konto sprengen.
Beweise dir die Regel selbst
Zu lesen, dass ein Prozent eine Verlustserie übersteht, ist das eine; zuzusehen, wie die eigene Kapitalkurve zehn Verluste unbeschadet übersteht, das andere. Backtesting mit fest eingestelltem Ein-Prozent-Risiko lässt dich die Drawdowns gefahrlos durchleben, sodass du echtes Vertrauen in die Regel aufbaust, bevor echtes Geld denselben Serien ausgesetzt ist.
Die Rechnung hinter der Regel steht in der Tabelle zum Ruinrisiko: Eine ausgeglichene Strategie mit 1 % Risiko pro Trade hat über 500 Trades eine Wahrscheinlichkeit von 0,24 % für einen Drawdown von 50 %, während dieselbe Strategie mit 10 % Risiko in 94 % der Fälle scheitert. Gleicher Vorteil - nur die Einsatzgröße ändert sich.
FAQ zur 1-%-Risikoregel
Was ist die 1-%-Risikoregel im Trading?
Du riskierst nie mehr als ein Prozent deines Kontos auf einen einzelnen Trade - bei 10.000 $ Konto also höchstens 100 $. Sie begrenzt jeden einzelnen Verlust, damit eine Verlustserie das Konto nicht beenden kann.
Ist 1 % Risiko pro Trade zu konservativ?
Für die meisten Trader ist es eine sinnvolle Obergrenze. Zehn Verluste in Folge ziehen das Konto nur um rund zehn Prozent nach unten. Manche nutzen ein halbes Prozent; kaum ein ernsthafter Trader geht über zwei.
Wie handle ich mit fest eingestelltem 1-%-Risiko?
Teile ein Prozent deines Kontostands durch den Stop-Abstand in Pips mal Pip-Wert, und du erhältst das Lot. Weil sich das Lot dem Stop anpasst, bleibt der Verlust in Dollar bei einem Prozent.